Schilddrüse

Schilddrüse

Mit modernen, schonenden operativen Verfahren sowie einem hochspezialisierten Team sind wir am Universitätsklinikum Oldenburg in der Lage, Ihnen bei Erkrankungen der Schilddrüse, der Nebenschilddrüsen und der Nebennieren bestmöglich zu helfen.

Einen weiteren Bereich, den wir ebenfalls abdecken, ist die Gruppe der neuroendokrinen Tumoren (NET).

Die Behandlung von endokrinen Erkrankungen erfordert eine enge und interdisziplinäre Zusammenarbeit. Am Klinikum Oldenburg stehen alle dafür notwendigen Fachrichtungen wie Endokrinologie, Nuklearmedizin, Pathologie, Radiologie, Onkologie sowie die Kolleginnen und Kollegen der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde für Sie zur Verfügung. 

Mit unserer speziell für die hormonbildenden Organe eingerichteten Sprechstunde bieten wir Ihnen eine ausführliche Einschätzung und Beratung, ob und in welchem Umfang eine Operation durchgeführt werden sollte.

Erkrankungen der Schilddrüsen

Schilddrüsenknoten

Diese teilen sich in „kalte“ und „heiße“ Knoten auf. Bei den kalten Knoten handelt es sich um inaktives Gewebe ohne Jodaufnahme und ohne Produktion von Schilddrüsenhormonen. In 2 bis 5 % sind jedoch bösartige Veränderungen möglich. Bei den heißen Knoten handelt es sich um sehr aktives Gewebe mit starker Jodaufnahme und einer begleitenden unkontrollierten Hormonbildung. Eine Schilddrüse mit Knotenbildung muss nicht immer operiert werden. Nur, wenn der Knoten aufgrund seiner Größe stört, bösartig sein könnte oder eine Überfunktion verursacht, wird eine Operation empfohlen.

Autoimmunerkrankungen

Hierbei handelt es sich um eine fehlgeleitete Reaktion des Immunsystems, wobei das Abwehrsystem körpereigene Zellen und Strukturen zerstört.

Morbus Basedow

Beim Morbus Basedow handelt es sich um eine Schilddrüsenüberfunktion mit häufiger Schilddrüsenvergrößerung (Struma) und Beteiligung der Augen (Exophthalmus = Hervortreten des Augapfels).

Hashimoto-Thyreoiditis

Dies ist eine chronische Entzündung des Schilddrüsengewebes, der ein fehlgeleiteter Immunprozess zugrunde liegt. Das Abwehrsystem zerstört dabei körpereigene Zellen und Strukturen, woraus eine Schilddrüsenunterfunktion resultiert. 

Struma (Kropf)

Hierbei handelt es sich um eine Vergrößerung des Schilddrüsengewebes, die am häufigsten durch Jodmangel entsteht. Die Behandlungsmöglichkeiten umfassen eine medikamentöse Therapie sowie die Radiojodtherapie und die operative Versorgung, insbesondere, wenn lokale Beschwerden am Hals vorliegen (wie z. B. Druck-, Enge-, oder Kloßgefühl, Schluckbeschwerden und Luftnot).

Schilddrüsenkrebs

Dieser betrifft zirka 20 bis 30 Personen pro eine Million Einwohner. Es handelt sich um den häufigsten Tumor der endokrinen Organe. Die Gründe für die Entstehung von Schilddrüsenkrebs sind weitestgehend unbekannt. Es besteht aber ein ursächlicher Zusammenhang zu Jodmangel und der Bestrahlung insbesondere im Kindesalter und in der Jugend. Insgesamt kann man Schilddrüsenkrebs in zwei Gruppen einteilen:

  1. Differenziertes Schilddrüsenkarzinom
  2. Undifferenziertes Schilddrüsenkarzinom

Diagnostik

Für die Diagnostik von Schilddrüsenerkrankungen sind meistens

  • eine Ultraschalluntersuchung,
  • eine Szintigrafie der Schilddrüse und
  • gegebenenfalls eine Feinnadelbiopsie notwendig.

Dazu gehören auch spezielle Blutuntersuchungen wie TSH, fT3, fT4, Calcitonin und Schilddrüsenantikörper.

Therapie

Die Schilddrüsenerkrankungen können konservativ entweder mit Medikamenten oder Radiojodtherapie behandelt werden. Dennoch ist eine Operation in bestimmte Fällen notwendig, unter anderem in folgenden Situationen:

  • störende und/oder wachsende Schilddrüsenknoten
  • Ausschluss einer Krebserkrankung bei Schilddrüsenknoten
  • Schilddrüsenüberfunktion

Der Umfang der Operation hängt von der jeweiligen Erkrankung ab:

  1. Komplettentfernung eines oder beider Schilddrüsenlappen (Hemithyreoidektomie/totale Thyreoidektomie).
  2. Kombination aus Komplettentfernung eines Lappens und Teilentfernung des anderen (sog. Dunhill-Operation).
  3. Lymphadenektomie am Hals bei Schilddrüsenkrebs (Neck-Dissection= radikale Entfernung der Lymphknoten).

Durch nervenschonende Operationstechniken und die standardmäßige Anwendung von modernsten intraoperativen Verfahren (Lupenbrille und intraoperatives Neuromonitoring, also die Funktionskontrolle der Stimmbandnerven während der Operation) können wir die möglichen Komplikationen deutlich minimieren.

Nebenschilddrüse

Die Nebenschilddrüsen sind kleine endokrine Drüsen, die etwa linsengroß sind und sich in direkter Nachbarschaft zur Schilddrüse befinden. Die Funktion der Nebenschilddrüsen ist die Produktion des Nebenschilddrüsenhormons (Parathormon), das die Aufrechterhaltung einer ausreichenden Calcium-Konzentration im Blutplasma steuert.

Erkrankungen der Nebenschilddrüsen

Die wichtigste Erkrankung der Nebenschilddrüse ist eine Überproduktion des Nebenschilddrüsenhormons (sogenannter Hyperparathyreoidismus), was zur Erhöhung des Calcium-Spiegels im Blut und somit zu einer Demineralisierung der Knochen führen kann. In fortgeschrittenen Fällen können als Folge spontane Knochenbrüche oder Nierensteine auftreten.

Primärer Hyperparathyreoidismus

Bei dem Krankheitsbild entsteht die Ursache am häufigsten durch eine gutartige Geschwulst (Adenom) der Nebenschilddrüse. In diesem Fall wird gezielt nur die erkrankte Nebenschilddrüse chirurgisch entfernt.

Sekundärer und tertiärer Hyperparathyreoidismus

Dieser kann in Folge einer chronischen Nierenerkrankung mit Dialysepflichtigkeit oder bei nierentransplantierten Patientinnen und Patienten auftreten. In diesen Fällen wird eine totale Entfernung der Nebenschilddrüsen durchgeführt. Das entfernte Gewebe wird durch Einfrieren (Kryokonservierung) aufbewahrt, sodass bei Bedarf die Möglichkeit zur Reimplantation (Einpflanzung) der Nebenschilddrüsen besteht.

Nebennierentumoren

Jeder Mensch hat zwei Nebennieren, die eine dreieckige ähnliche Form haben und jeweils am oberen Pol der beiden Nieren liegen. Hormone wie Adrenalin und Noradrenalin werden im Nebennierenmark gebildet und in Stresssituationen ausgeschüttet. Daher kann es z. B. zur Erhöhung des Blutdrucks und der Herzfrequenz kommen. In der aus drei Schichten bestehenden Nebennierenrinde werden verschiedene Hormone wie z. B. die Hormone Aldosteron und Cortisol gebildet. Bei den Nebennierentumoren wird zwischen hormonaktiven und hormoninaktiven sowie gutartigen und bösartigen Tumoren unterschieden. Zur Behandlung der Erkrankung bieten wir die Entfernung der Nebenniere mittels minimalinvasiver Chirurgie an. Nach dieser Technik können sich die Patientinnen und Patienten von dem Eingriff schnell erholen.

Neuroendokrine Tumoren (NET)

Dies sind seltene Tumoren, gut- oder bösartige Geschwülste, die ihren Ursprung in hormonbildenden Zellen haben. Die Gründe für die Entstehung neuroendokriner Tumoren sind weitestgehend unbekannt. Sie treten meistens im Magen, im Darm (fast 70 % aller NET) oder in der Bauchspeicheldrüse auf.

Insgesamt kann man neuroendokrine Tumoren in zwei Gruppen einteilen:

  • Tumoren, die Hormone freisetzen (funktionell aktiv)
  • Tumoren, die keine Hormone freisetzen (funktionell inaktiv)

Therapie

Die Therapie der Erkrankung hängt in der Regel von der mikroskopischen Analyse der Gewebeproben, der Tumorgröße, der Lokalisation und der Ausbreitung ab. Letztendlich ist bei funktionell aktiven Tumoren die Therapie der Wahl eine vollständige operative Entfernung des Tumors, kombiniert mit einer Chemotherapie in Abhängigkeit des Tumorstadiums. Diese Art der Operation können wir mittels minimalinvasiver Chirurgie anbieten.

Ihr Kontakt

Herr Shadi Wais