Speiseröhre und Magen

Speiseröhre und Magen

In unserer Klinik behandelt ein hochspezialisiertes Team Patientinnen und Patienten mit allen Erkrankungen der Speiseröhre und des Magens. Wir sind in der Lage, die gesamte Bandbreite der chirurgischen Therapie von Erkrankungen der Speiseröhre und des Magens anzubieten.

Sodbrennen

Einen Schwerpunkt stellt dabei die Behandlung des Sodbrennens dar.

Bei der Refluxkrankheit (Reflux = lateinisch für „Rückfluss“) gelangt zu viel Magensäure in die Speiseröhre, weil der Ventilmechanismus am unteren Ende der Speiseröhre nicht richtig funktioniert. Diese Fehlfunktion kann unter anderem als Folge eines Zwerchfellbruchs (Lücke im Zwerchfell, durch die Teile des Magens in den Brustraum gelangen) entstehen.

Diagnostik

Diagnostisch wegweisend ist in den meisten Fällen das Beschwerdebild der Patientinnen und Patienten, vor allem die Angabe von Sodbrennen und/oder Volumenreflux (Hochlaufen von Mageninhalt beim Bücken). Die Beschwerden können aber sehr variantenreich sein. Bei der Magenspiegelung (Endoskopie) liegt häufig eine Entzündung der Speiseröhrenschleimhaut als sichtbare Folge der Refluxkrankheit vor. Die Behandlung beginnt in der Regel mit Medikamenten, die die Säurebildung im Magen unterdrücken. Sollte diese Therapie Ihre Beschwerden lindern, ist das ein weiterer Beweis dafür, dass eine Refluxerkrankung (und nicht etwa eine andere Ursache) Ihren Schmerzen zugrunde liegt. Vor der Entscheidung über eine Operation überprüfen wir die Funktion des Übergangs Speiseröhre und Magen immer noch mit einer Druckmessung (Manometrie) und einer Säuremessung über 24 Stunden (pH-Metrie.)

Therapie

Zu einer Operation raten wir unseren Patientinnen und Patienten dann, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:

  • gesicherte Diagnose
  • deutliche Behandlungsbedürftigkeit
  • unzureichende Wirkung der medikamentösen Therapie oder fehlende Akzeptanz der dauerhaften Medikamenteneinnahme

Bringt die medikamentöse Behandlung keinen nachhaltigen Erfolg, haben wir die Möglichkeit, den unteren Speiseröhrenpförtner operativ zu verstärken. In den meisten Fällen ist dies sogar mit einem schonenden minimalinvasiven Verfahren (Schlüssellochchirurgie) möglich. Der stationäre Aufenthalt dauert wenige Tage.

Divertikel in der Speiseröhre

Auch alle anderen gutartigen Erkrankungen der Speiseröhre wie krankhafte Aussackungen (Divertikel) werden in unserer Klinik behandelt.

Wenn sich in der Speiseröhre Ausstülpungen (Speiseröhren-Divertikel) bilden, so kann es geschehen, dass Nahrung darin stecken bleibt und von den Betroffenen unverdaut wieder hochgewürgt wird. Hauptsächlich findet man sie in der oberen Speiseröhre (Zenker-Divertikel) und am unteren Ende der Speiseröhre (epiphrenisches, zwerchfellnahes Divertikel).

Das Zenker-Divertikel bildet sich bei den meisten Betroffenen zur linken Halsseite hin aus. Bei der Operation legen unsere Spezialisten über einen Schnitt an der linken Halsseite die Basis des Divertikels frei und tragen das entsprechend präparierte Divertikel mit einem Klammernahtgerät ab. Der stationäre Aufenthalt dauert wenige Tage.

Speiseröhrenkrebs

Die bösartigen Tumoren der Speiseröhre (Ösophagus) liegen meist im mittleren oder unteren Abschnitt. Sie werden häufig erst dann erkannt, wenn sie eine gewisse Größe erreicht haben und Beschwerden verursachen.

Diagnostik

Bei Verdacht auf Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom) wird Ihnen bei einer Gastroskopie eine kleine Gewebeprobe aus dem Tumor entnommen. Bestätigt die feingewebliche Untersuchung der Probe den Tumorverdacht, so präzisieren wir die Diagnostik unter anderem mit folgenden Verfahren:

  • Computertomografie (CT) zur Darstellung der Schichtdicke des Tumors und der umgebenden Lymphknoten
  • Computertomografie von Brustkorb und Bauchraum zur Umfelddiagnostik hinsichtlich möglicher Metastasen (Streukrebs) in Lymphknoten, Lunge oder Leber
  • Endosonografie (Kombination von Endoskopie der Speiseröhre mit Ultraschall) als weitere Untersuchung zur Bestimmung der Schichtdicke des Tumors und zur Überprüfung der umgebenden Lymphknoten

Therapie

Da die chirurgische Therapie von Tumoren der Speiseröhre und des Magens nur einen Baustein der Behandlung bildet, wird die Therapie von einem interdisziplinären Team bestehend aus Onkologen, Strahlentherapeuten, Gastroenterologen, Radiologen, Anästhesisten, Intensivmedizinern und Chirurgen geplant und durchgeführt. Selbstverständlich gehört dazu auch eine umfassende Versorgung durch Ernährungs- und Physiotherapeuten sowie Logopäden. Durch das Zusammenspiel der Fachabteilungen bieten wir eine auf Sie individuell zugeschnittene Therapie an.

Auch die Therapie von bösartigen Tumorerkrankungen der Speiseröhre wird zunehmend mit minimalinvasiven Techniken in unserer Klinik durchgeführt. Die Operation eines Speiseröhrenkrebses bedarf eines mehrstündigen, technisch sehr anspruchsvollen Eingriffs mit Eröffnung sowohl des Bauchraums als auch des Brustkorbs. Nach einer solch großen Operation werden die Patientinnen und Patienten intensiv von unseren routinierten Anästhesisten und Intensivmedizinern sowie den speziell geschulten Pflegekräften überwacht. Der stationäre Aufenthalt dauert hierbei aufgrund der Komplexität mindestens 10 Tage.